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NABU Münster baut eine Bruthöhle für den Eisvogel

Der Eisvogel, der wegen seiner Schönheit und Farbenpracht gern als "fliegender Edelstein" bezeichnet wird, steht für lebendige Flüsse und Auen. Er ist ständiger Gast in den Gersprenzauen und in den Naturschutzgebieten rund um Münster, was auf eine intakte Natur hinweist. Die NABU Ortsgruppe Münster hat dem Vogel des Jahres einen Brutkasten gebaut und im Naturschutzgebiet aufgestellt. Die Bruthöhlen der Eisvögel werden normalerweise an einer lotrechten oder leicht nach vorn geneigten Steilwand aus Lehm oder festem Sand, die unbewachsen, trocken und frei von zu vielen Wurzeln ist, gegraben. Da diese Möglichkeiten in der Natur immer seltener vorkommen, hat die NABU Ortsgruppe hier etwas nachgeholfen.

Eisvögel können jährlich bis zu vier Bruten mit max. 28 Jungvögeln aufziehen wobei die Brutzeit bis in den Oktober andauern kann. Großenteils werden aber je Paar nur 16 Eier/Jahr gelegt, wobei aus diesen nur ca. acht flügge Junge/Paar hervorgehen. Oft kann es zu Schachtelbruten kommen, d. h. während das Männchen in einer Höhle füttert, sitzt das Weibchen in der nächsten bereits wieder auf einem Gelege (deshalb auch das Doppelhaus !) . Diese hohe Reproduktionsrate sichert das Überleben der Art. Denn es genügt ein strenger Winter, um bis zu 95,0 % des Bestandes auszulöschen. Allerdings ist dabei nicht nur das Gefrieren der Gewässer ausschlaggebend, sondern auch die Eintrübung des Gewässers bei Hochwasser. Dies kann bereits nach starken Regenfällen der Fall sein, dann kann es auch zu Höhleneinstürzen kommen. Nach 23 bis 27 Tagen verlassen die Jungen die Brutröhre und verbleiben nach dem Flüggewerden noch etwa drei Tage bei den Altvögeln. Danach werden sie energisch vertrieben. Die Geschlechtsreife erreichen junge Eisvögel im Alter von sieben Monaten. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, denn Eisvögel haben eine geringe Lebenserwartung und eine Sterblichkeitsrate von bis zu 80,0 %. Dazu tragen auch Fressfeinde bei.

Da die Jungen aber sehr früh vertrieben werden, müssen sie sich ein neues Revier suchen. 90 % machen dies im Umkreis von 100 km von ihrem Geburtsort. Einige ziehen aber viel weiter. Der Rekord liegt bei 1.800 km.

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