
Die Kampagne des NABU "Fast weg" ist eine sehr wichtige Aktion gegen den Artenschwund und ein dringender Aufruf an die Menschen
beim Erhalt der Artenvielfalt aktiv mitzuwirken. Gemeinsam können wir alle mithelfen, dass bedrohte Tier- und Pflanzenarten nicht verschwinden,
sondern hier bleiben oder wieder zurückkehren.
Ein Vorzeige-Beispiel ist die erfolgreiche Naturschutzarbeit der Münsterer NABU-Gruppe. Durch jahrzehntelanges Bemühen gelang es,
lange verschwundene Tier- und Pflanzenarten wieder zurückzuholen.
Allzu oft werden die Erfolge vieler NABU-Gruppen nicht, oder nur selten ausreichend gewürdigt. Aber die Öffentlichkeit sollte darüber
informiert werden.
Nach langen Jahren der Negativentwicklungen zeigten uns viele Tier- und Pflanzenarten den Rücken, bzw. sie mussten ihre bisherigen Lebensräume
aufgeben und woanders ihr Glück suchen.
Anhand der nachfolgenden Aufzeichnungen wird ersichtlich welche dieser Arten durch unsere intensive Naturschutzarbeit wieder in den letzten
Jahren zurückgekehrt sind:
Nach über 31 Jahren Abwesenheit brütete im Jahre 2000 erstmals wieder ein Storchenpaar in Münster an der Kläranlage auf einem ausgedienten Strommast,
den wir mit einer Horstunterlage versehen hatten. Mittlerweile hat sich ein 2.Brutpaar auf einem weiteren Mast angesiedelt und es sind einschließlich
2010 36 Jungstörche flügge geworden.

Durch die Pacht und Anlage von Streuobstwiesen kehrte nach über 40 Jahren der Steinkauz zurück und brütete wieder erfolgreich.
Im Jahr 2009 siedelte ein 2. Paar im Schutzgebiet "Auf dem Sand".

Seit über 100 Jahren galt unser größter Singvogel als ausgestorben. Auch er ist wieder hier und brütet
seit einigen Jahren erfolgreich.

Die Saatkrähe ist südlich des Mains nur spärlich als Brutvogel vertreten. Bisher war sie nur Wintergast und Überwinterer bei uns.
Erstmals siedelte eine kleine Kolonie im Jahre 2008 bei uns an und brütete mit 11 Brutpaaren. Im 3. Jahr ist diese Kolonie bereits auf über 25 Brutpaare angewachsen.

Im Gefolge der Saatkrähen brütete auch eine Paar Dohlen erstmals. Beide Arten sind oft vergesellschaftet.
2010 waren es bereits 3 Brutpaare.

Bruten von Graugänsen waren vor dem Jahr 2000 bei uns nur sehr selten. Ab dieser Zeit sind sie auch in
unserem Gebiet regelmäßiger Brutvogel.

Das gleiche wie bei der Graugans gilt auch für größte Gänseart.

Als Neubürger brütet auch die Nilgans seit 10 Jahren in unserem Gebiet.

Durch die Neuanlagen von Kleingewässern und Teichen profitierte der Zwergtaucher und ist mit einigen Brutpaaren vertreten.

Das gleiche gilt für den Flußregenpfeifer. Er braucht vor allem flache Ufersäume und brütet seit gut 30 Jahren im
Gebiet mit 1-2 Paaren.

Auch der Eisvogel profitiert von der guten Wasserqualität und ist mit 1-2 Brutpaaren vertreten.

Die Wasserralle benötigt schilfbewachsene Teiche und brütet seit 10 Jahren mit 2-3 Paaren im Gebiet.

Vor ca. 50 Jahren brüteten die letzten 5-6 Uferschwalbenpaare in der alten Sandkaute in Münster - dann waren sie weg -.
bis zum Jahre 2009. Nach dem Kauf eines Grundstücks "Auf dem Sand" gestaltete der NABU Münster die Fläche zu einem Flachgewässer mit einer
drei Meter hohen Abbruchkante um. Bereits im 1. Jahr brüteten einige Uferschwalbenpaare und in 2010 waren es schon ca. 65-70 Brutpaare !
Das zeigt, wie wichtig solche Maßnahmen sind.

Die Grauammer war bis Ende der 1990er Jahre noch mit 7-8 Brutpaaren vertreten und war dann bis zum Jahre 2007 weg.
Aber auch sie kam wieder zurück. 2010 zählten wir wieder 5 singende Männchen.

Früher war der Kiebitz aus den Gersprenzniederungen nicht wegzudenken, aber auch ihn traf die Vernichtung der Feuchtwiesen sehr.
Von den etwa 60-70 Brutpaaren in den 1970er Jahren konnten wir durch Gegenmaßnahmen einen kleinen Bestand von 12-15 Brutpaaren halten und hoffen
auf eine Bestandserholung.

Er ist von jeher einer der seltensten Brutvögel im Gebiet und brütete in den letzten 20 Jahren nur noch sporadisch bei uns.
Deswegen freuen wir uns, in 2010 wieder eine erfolgreiche Brut mit 5 Jungvögeln zu haben.
Der Biber war fast mehr als ein Jahrhundert bundesweit ausgerottet. Durch Teilrenaturierung der Gersprenz
gelang es den Biber wieder heimisch zu machen. Niemand hätte dies vor noch wenigen Jahren für möglich gehalten.
Aber auch einige seltene Pflanzen, die nur noch in Restbeständen vorkamen, konnten sich in den letzten Jahren wieder
stellenweise erholen.
Nachfolgend werden einige Vogelarten genannt, die uns den Rücken kehrten und nur noch während der Zugzeiten zu beobachten sind:
Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Sumpfohreule, Rohrweihe, Korn- und Wiesenweihe, Raubwürger, Wiedehopf, Wachtelkönig, Rebhuhn,
Steinschmätzer, Braunkehlchen, Knäkente, Krickente, Löffelente, Tüpfelralle und viele weitere Arten.
Wir hoffen und sind optimistisch, dass durch optimierende Maßnahmen, strengeren Schutz und die verstärkte Unterstützung von Politik,
Wirtschaft und allen Menschen, die guten Willens sind, der Natur wieder die Achtung zukommt, die ihr gebührt.