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Neuansiedelung einer Saatkrähenkolonie im Jahre 2008 in Münster


Die Saatkrähe ist in Hessen nur spärlich mit einigen Kolonien vertreten und zwar entlang der Linie Main / Kinzig. Im Kreis Darmstadt/Dieburg sind keine Hinweise auf frühere Vorkommen bekannt.

Bisher waren vor allem während des Herbstzuges größere Überflüge bekannt und Überwinterungen von kleineren Gruppen mit max. 200 Vögeln. Bis zum Jahre 1976 wurde die Saatkrähe, wie auch die anderen Rabenvögel stark verfolgt und in Massenfallen eingefangen und getötet. Auch durch hohen Pestizideinsatz und ausgebrachte Gifte gab es hohe Verluste. Und obwohl die Saatkrähe unter Schutz steht wird sie immer noch illegal bejagt.

Im Landkreis Darmstadt/Dieburg fand 2003 im NSG Taubensemd ein Brutversuch statt, der aber erfolglos blieb. Am 09.06.2006 wurde bei Münster/Altheim ein Paar mit flüggen Jungen beobachtet. Ab Mitte Juni 2006 wurden im NSG "Auf dem Sand" bei Münster ständig 10 - 12 Altvögel beobachtet, die bettelnde Jungvögel mit sich führten. Das gleiche Bild wiederholte sich auch 2007 und trotz Nachforschung blieb die Frage nach dem Brutplatz leider offen. Endlich konnten am 20.03.2008 mehrere adulte Saatkrähen beim Nestbau auf Pappeln am Wirtschaftsweg "Auf dem Sand" beobachtet werden. Binnen weniger Tage waren 6 Nester fertiggestellt und in einer Entfernung von 200m wurden weitere 5 Nester in einem Pappelwäldchen angelegt. Eine kleine Kolonie mit 11 Brutpaaren war entstanden und ab dem 14.04.2009 wurden alle 11 Nester bebrütet. In der 3. Junidekade waren die Jungen flügge und verblieben den Rest des Jahres gemeinsam mit den Altvögeln auf den umliegenden Wiesen und Feldern.

Im Gefolge der kleinen Kolonie Saatkrähen zog auch ein Paar Dohlen 4 Jungvögel groß (Hohltaubenkasten).

Ende Januar 2009 waren von den 11 vorjährigen Nestern nur noch 2 Nester im Pappelwäldchen übrig und es warf sich die Frage auf, ob die Nester durch Witterungseinflüsse zerstört wurden oder ob die Vögel sie selbst demontiert hatten.

Anfang März 2009 bauten die Vögel wieder in kürzester Zeit im Pappelwäldchen 16 Nester und auf der Pappelreihe nochmals 4 Nester neu auf, so dass sich die kleine Kolonie fast verdoppelte. Wir hoffen, dass sich auch in den nächsten Jahren dieser kleine Brutbestand stabilisiert und weiterentwickelt.