NABU Münster-Hessen
NABU  Münster-Hessen

Aktuelles vom Naturschutz

Stunde der Gartenvögel Sommer 2017

Der NABU-Bundesverband und LBV rufen jedes Jahr am zweiten Maiwochenende Naturfreunde in ganz Deutschland dazu auf, eine Stunde lang Vögel in ihrem Garten zu beobachten und uns zu melden. An der NABU-Mitmach-Aktion beteiligen sich jedes Jahr zehntausende Menschen deutschlandweit – auch dank der Angebote unzähliger NABU-Gruppen.

 

Der NABU Münster erinnert hiermit an die bundesweite "Stunde der Gartenvögel" vom 12.05.-14.05.2017. Mitmachen können Sie in jedem Garten, auf jedem Balkon oder auch im Park. Wenn Sie die heimische Vogelwelt nicht allein, sondern in einer Gruppe von Vogelliebhabern und unter fachkundiger Führung kennen lernen möchten, können Sie an einer der zahlreichen Gartenvogelführungen teilnehmen.

 

Wie die Teilnahme funktioniert, wie gezählt und wie gemeldet wird erfahren Sie auf der NABU-Website https://www.nabu.de/news/2017/04/22292.html

Glyphosat-Zulassung durch die Europäische Kommission

Beim Poker um die weitere Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat gibt es einen weiteren Meilenstein.

Bisheriger Stand: Obwohl die WHO und andere Gesundheitsorganisationen den Einsatz von Glyphosat als krebserregend eingestuft haben, bleibt der umstrittene Unkrautvernichter in Europa bis Ende 2017 zugelassen. Die EU-Kommission hat kurz vor Ablauf der geltenden Zulassung die weitere Verwendung im Alleingang genehmigt. Ende 2017 soll auf der Grundlage von weiteren Bewertungen neu entschieden werden. Bis dahin sollte die europäische Chemikalienagentur ECHA Glyphosat einer erneuten Bewertung unterziehen, die dann die Grundlage für eine neue Abstimmung darstellen soll.

Jetzt hat die Agentur ECHA das Gutachten veröffentlicht und stuft darin den Wirkstoff als nicht krebserregend ein. Lediglich Augenschäden und toxische Wirkungen für Wasserlebewesen werden als mögliche Schäden genannt.

 

Wie kam es zu dieser Beurteilung ?

 

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) ist eine Division im Rahmen der EU. Dort gibt es einen Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC), der für dieses Gutachten verantwortlich zeichnet. Dieser Ausschuss führt keine eigenen Forschungen durch, dort rauchen auch keine Reagenzgläser. Vielmehr wurden dort alle verfügbaren wissenschaftlichen Studien sowie Bewertungen der Industrie (!) unter die Lupe genommen, ebenso die Ergebnisse der öffentlichen Befragungen im Sommer 2016. Dies führte zu dem genannten Ergebnis.

Diese ECHA-Studie wird nun der EU-Kommission und den Mitgliedsländern zugeleitet und soll in die Entscheidung einfließen, ob Glyphosat Ende des Jahres weiter zugelassen werden kann. Die Chancen dafür sind nach Brancheneinschätzung deutlich gestiegen.

 

Kritische Würdigung dieses Verfahrens:

 

Dem neutralen Beobachter stellen sich hier eine ganze Reihe von Fragen:

  • Die EU-Kommission beauftragt ihre eigene Abteilung ob der Einsatz von Glyphosat krebserregend ist oder nicht. Da kommen Zweifel hinsichtlich der Neutralität der Studie auf.
  • Bei aller Würdigung von wissenschaftlichen Studien stellt sich mindestens die Frage ob die Ergebnisse auch einer langjährigen Untersuchung standhalten können. Wenn man bedenkt wie oft sich die „Wissenschaft“ in den letzten 20 Jahren „korrrigieren“ musste. Sollte sich die „Wissenschaft“ in dieser Frage mal wieder geirrt haben, was sich möglicherweise erst in mehreren Jahrzehnten herausstellt, hätte dies verheerende Folgen. Leider wird die „Wissenschaft“ selten für die Folgen ihrer Empfehlungen zur Verantwortung herangezogen. Deshalb sollte man Entscheidungen dieser Tragweite äußerst kritisch treffen und nicht vordergründig den ökonomischen Aspekten folgen. Insbesondere sollte die Würdigung der verfügbaren wissenschaftlichen Studien nicht durch die hauseigene Abteilung, sondern von einem neutralen Institut vorgenommen werden.
  • Die Studie bezieht ihre Ergebnisse ausschließlich darauf ob der Einsatz von Glyphosat krebserregend ist oder nicht. Eine Risikobewertung hinsichtlich negativer Effekte für die gesamte Ökologie findet hierbei offensichtlich nicht statt. Sollen bei der Entscheidung der EU-Kommission diese Aspekte keine Rolle mehr spielen ?
  • Auch im Rahmen der kürzlich stattgefundenen Bienenkonferenz fordern NABU, DBIB und Aurelia-Stiftung vom Bundeslandwirtschaftsministerium mehr Glaubwürdigkeit beim Einsatz für Honigbienen und andere Insekten. Unter anderem wurde gefordert, dass im Rahmen des nationalen Pestizid-Zulassungsverfahren ökologische und ökotoxikologische Belange sowie negative Synergieeffekte, die durch den gleichzeitigen Einsatz verschiedener Pestizide in einer Kultur entstehen können, stärker berücksichtigt werden. Darüber hinaus sollten bei der Risikobewertung nicht nur einzelne Pestizid-Anwendungen, sondern auch die negativen Effekte untersucht werden, die durch wiederholten Pestizid-Einsatz entstehen können.
  • Es sollten konkrete und verbindliche Reduktionsziele für den Pestizideinsatz in Deutschland definiert werden. Auf privaten und öffentlichen Flächen sollten Pestizide ganz verboten werden.

Schneidearbeiten an Bäumen, Sträuchern und Hecken

 

Zum Schutz der Tier- und Vogelarten dürfen Gehölze (Bäume, Sträucher, Hecken) in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nicht beseitigt oder auf den Stock gesetzt werden. Zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des jährlichen Zuwachses. Weitere Details finden Sie unter

Daten zur Natur 2016

Das Bundesamt für Naturschutz hat einen ausführlichen Bericht zu „Daten zur Natur 2016“ veröffentlicht. Unter dem folgenden Link steht er zum Download bereit.

Stunde der Wintervögel 2017

Zum siebten Mal rufen NABU und LBV zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen.

Also nicht vergessen: Zwischen dem 06.01. und dem 08.01.2017 mitmachen bei der bundesweiten "Stunde der Wintervögel". Wie das ganze funktioniert bitte den Link anklicken.

Neue "Rote Liste der Vogelarten Hessens" veröffentlicht

In Hessen wurden bisher 217 Vogelarten als Brutvögel festgestellt, von denen 190 Arten (ehemals) regelmäßig in Hessen brüten.

Über 12% dieser Arten sind ausgestorben, fast 19% vom Aussterben bedroht, über 11% gefährdet oder sogar stark gefährdet. Nur noch 74 Arten (39%) gelten als ungefährdet!

Besonders schlecht geht es den Vögeln die auf Nasswiesen, Wiesen oder Ackerflächen brüten, denn die intensive Bewirtschaftung dieser Flächen durch die Landwirte lässt eine erfolgreiche Brut nicht mehr zu.

Aber auch im Wald verschlechtert sich die Lage! Hessen-Forst wirtschaftet seit einiger Zeit wieder intensiver und entnimmt zu viele alte Bäume. Aber gerade diese alten Bäume brauchen die Spechte zur Anlage ihrer Höhlen und der Waldkauz (Vogel des Jahres 2017) zum brüten.

Weitere Informationen: https://umweltministerium.hessen.de/umwelt-natur/naturschutz/arten-biotopschutz/rote-listen-1

 

Vom Aussterben bedroht (36 Arten)

Krickente, Knäckente, Löffelente, Tafelente, Haselhuhn, Schwarzhalstaucher, Zwergdommel, Fischadler, Wiesenweihe, Wachtelkönig, Tüpfelsumpfhuhn, Zwergsumpfhuhn, Kleines Sumpfhuhn, Kiebitz, Flussregenpfeifer, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Flussuferläufer, Ziegenmelker, Wiedehopf, Wendehals, Raubwürger, Haubenlerche, Heidelerche, Rohrschwirl, Schilfrohrsänger, Drosselrohrsänger, Halsbandschnäpper, Braunkehlchen, Steinschmätzer, Brachpieper, Wiesenpieper, Grauammer, Zaunammer, Zippammer.

 

Stark gefährdet (6 Arten)

Rebhuhn, Turteltaube, Grauspecht, Uferschwalbe, Gartenrotschwanz, Baumpieper.

 

Gefährdet (16 Arten)

Zwergtaucher, Schwarzstorch, Wespenbussard, Rohrweihe, Habicht, Wasserralle, Kuckuck, Schleiereule, Waldohreule, Beutelmeise, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Waldlaubsänger, Gelbspötter, Bluthänfling, Rohrammer.

 

Vorwarnliste (23 Arten) mit der Tendenz in „gefährdet“ eingestuft zu werden

Stockente, Wachtel, Weißstorch, Rotmilan, Baumfalke, Teichhuhn, Waldschnepfe, Steinkauz, Eisvogel, Kleinspecht, Pirol, Neuntöter, Saatkrähe, Weidenmeise, Feldlerche, Feldschwirl, Teichrohrsänger, Klappergrasmücke, Trauerschnäpper, Haussperling, Feldsperling, Stieglitz, Goldammer.

Ein Sieg für den Naturschutz ? Vor der Küste der Antarktis soll das größte Meereschutzgebiet der Erde entstehen.

Umweltschützer sprechen von einer bahnbrechenden Entscheidung: 24 Staaten und die EU wollen im Rossmeer vor der Antarktis ein riesiges Schutzgebiet einrichten - es ist rund viermal so groß wie Deutschland.

Das Schutzgebiet im ökologisch bedeutsamen Rossmeer soll 1,55 Millionen Quadratkilometer umfassen: Dies sieht eine Vereinbarung vor, auf die sich 24 Staaten und die EU nach jahrelangen Verhandlungen in der australischen Stadt Hobart verständigt haben.

 

Das neue Meeresschutzgebiets ist gut viermal so groß wie Deutschland. Auf einer Fläche von 1,12 Millionen Quadratkilometern des Gebietes soll jegliche Fischerei verboten sein.

Die Verhandlungen hatten schon im Jahr 2012 begonnen. Zuletzt hatte sich nur noch Russland gegen die Ausweisung des Schutzgebiets gewandt, weil es Nachteile für seine Fischereiflotte fürchtete.

Es geht um einen einzigartigen Naturschatz: Die Ozeane vor dem Südkontinent gelten als ursprünglich wie kaum eine andere Region. Das extreme Klima vereinigt eine spezielle Gemeinschaft: Pinguine etwa leben nur dort, Robben, Wale, Delfine, Tintenfische und Albatrosse. Das nährstoffreiche Wasser lässt Myriaden Kleinkrebse gedeihen, den Krill. Er ernährt nicht nur die bunte Fischwelt, sondern wird als Nahrung für Fischfarmen oder für Gesundheitsprodukte in alle Welt exportiert.

Die Antarktis ist abgesehen von ein paar Dutzend Forschungsstationen ein unbewohnter Kontinent rund um den Südpol und fast vollständig von Eis bedeckt. Es ist die größte Eismasse der Erde - teils mehr als 4000 Meter dick. Der internationale Antarktisvertrag von 1959 legt fest, dass der Kontinent von Wissenschaftlern verschiedener Nationen ausschließlich zu friedlichen Zwecken genutzt werden kann.

 

Stunde der Wintervögel 2017

Die Stunde der Wintervögel findet nunmehr zum siebten Mal statt. Die Aktion wird am ersten vollen Januar-Wochenende, also vom 06. Bis 08. Januar 2017 durchgeführt.

 

Es geht dabei darum, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Es geht dabei darum ein über die Jahre möglichst realistisches und vergleichbares Bild zu erhalten. Gezählt werden kann zu einer beliebigen Zeit.

 

Dabei wird von jeder Art die höchste Zahl von Vögeln notiert, die sich während der Stunde gleichzeitig beobachten ließ. Das vermeidet Doppelzählungen. Dabei zählen auch Vögel, die sich im Garten nicht niederlassen, sondern ihn nur überfliegen.

Der Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017

Der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben den Waldkauz (Strix aluco) zum „Vogel des Jahres 2017“ gewählt. Auf den Stieglitz, Vogel des Jahres 2016, folgt damit ein Eulenvogel.

Der NABU und der LBV wollen damit für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in Parks werben und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisieren. Eulen sind unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt. Es gilt, sie zu schützen, ihre Bestände zu stabilisieren oder zu vermehren.

Der Bestand des Waldkauzes in Deutschland beträgt laut dem Atlas deutscher Brutvogelarten 43.000 bis 75.000 Brutpaare und wird langfristig als stabil eingeschätzt. Der für die Arterhaltung entscheidende Bruterfolg hängt jedoch vor allem von der Qualität des Lebensraums ab. Das Fällen alter Höhlenbäume, eintönige Wälder und ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Nahrung sind damit die größten Gefahren für einen gesunden Waldkauzbestand. Waldkäuze sind lautlose Jäger der Nacht. Sie sehen und hören besonders gut, und finden so präzise ihre Beute.

Auch wenn sein Name anderes vermuten lässt: Der Vogel des Jahres 2017 ist keinesfalls nur im Wald zu Hause, obwohl er sich in lichten Laub- und Mischwäldern am wohlsten fühlt. Längst ist er auch in städtischen Parkanlagen, Gärten oder auf Friedhöfen mit altem Baumbestand und geeigneten Bruthöhlen zuhause.

Der weitere Einsatz von Glyphosat

Obwohl die WHO und andere Gesundheitsorganisationen den Einsatz von Glyphosat als krebserregend eingestuft haben, bleibt der umstrittene Unkrautvernichter in Europa für die nächsten 18 Monate zugelassen. Die EU-Kommission hat kurz vor Ablauf der geltenden Zulassung die weitere Verwendung im Alleingang genehmigt. Ende 2017 soll auf der Grundlage von weiteren Bewertungen neu entschieden werden.

 

Die Ergebnisse der Zählung "Stunde der Gartenvögel 2016

 

41.400 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde haben bei der Stunde der Gartenvögel aus 27.500 Gärten und Parks 1,02 Millionen beobachtete Vögel gemeldet. Häufigste Art ist erneut der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise.

Der Einsatz von Glyphosat im Haus- und Gartenbereich

Die Entscheidung über die erneute Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat wurde auf EU-Ebene kürzlich vertagt da widersprüchliche Forschungsergebnisse vorliegen und die politischen Kräfteverhältnisse eine Entscheidung zur Zeit verhindert haben.

 

Da jedoch die bestehende Genehmigung für den Einsatz in Europa in Kürze ausläuft, ist eine Entscheidung innerhalb der nächsten Monate unabdingbar. Nach Einschätzung der politischen Gewichte und der mit der Entscheidung verbundenen Tragweite ist leider mit der Wiederzulassung von Glyphosat zu rechnen (natürlich verbunden mit ein paar Kompromisschen).

 

Es ergibt sich daher die Frage, was können wir im Haus- und Gartenbereich tun um die Umwelt und Natur wenigstens noch vor der Haustür zu schützen. Glyphosat tötet nämlich nicht nur Pflanzen, sondern entzieht Insekten und Vögeln wichtige Nahrungsquellen und stört somit den Ökokreislauf. Unerwünschte Unkräuter sind in der Natur Blüten- und Samenpflanzen für eine Vielzahl von Insekten und Vögel. Ihnen wird beim Einsatz von Herbiziden eine wichtige Nahrungsquelle entzogen.

 

Glyphosat ist in einer Vielzahl von Pflanzenschutzmitteln enthalten, die in Baumärkten und im online-Handel problemlos gekauft werden können. Leider ist für den Durchschnittsbürger auf der Produktbeschreibung oft nicht erkennbar ob Glyphosat enthalten ist. Es kann deshalb nur empfohlen werden den Griff zur Giftflasche zu meiden.

 

Im Nachbarland Frankreich ist der Einsatz von Glyphosat im Haus- und Gartenbereich bereits verboten.

 

Der langsame Abschied von der Plastiktüte

Das Bundesumweltministerium und der Handelsverband Deutschland haben sich darauf geeinigt, dass der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland drastisch gesenkt werden soll. Ab Juli 2016 haben sich ca. 260 Handelsunternehmen darauf verpflichtet, Geld für die umweltschädlichen Plastiktaschen zu verlangen um so den Verbrauch zu einzuschränken.

 

Die Umweltverbände schätzen den Verbrauch weltweit auf ca. 1 Billion Plastiktüten pro Jahr, in Deutschland auf ca. 6,1 Milliarden. Zur Zeit verbraucht jeder Einwohner in Deutschland jährlich 71 Plastiktüten.

 

Der EU-weite Verbrauch soll bis zum Jahr 2025 auf max. 40 Tüten pro Einwohner und Jahr gesenkt werden.

Bis Plastiktüten vollständig verfallen vergehen ca. 450 Jahre.

 

Die Naturschutzverbände bemängeln, dass zahlreiche Branchen sich dieser Regelung nicht angeschlossen haben. Kioske, Bäckereien, Wochenmärkte und Imbisse wollen weiterhin die Plastiktüten uneingeschränkt nutzen.

Des weiteren wird bemängelt, dass sich die Vereinbarung auf Plastiktüten beschränkt. Stattdessen hätten alle Einwegtüten, das heißt auch Papiertüten, kostenpflichtig werden sollen. Papiertüten sind nur selten eine umweltfreundlichere Lösung, da selbst braune Tüten nicht aus Altpapier hergestellt werden und viel Chemie in einer Tüte steckt.

 

Damit künftig alle Branchen die Einwegtütenflut reduzieren, schlägt der NABU eine einheitliche gesetzliche Lösung vor, die erstens alle Händler in die Pflicht nimmt und zweitens eine Bezahlpflicht für alle Einwegtüten vorsieht – egal ob aus Plastik oder Papier. So könnten die Einnahmen aus aus dem Tütenverkauf künftig beispielsweise in Projekte zur Abfallvermeidung fließen.

 

Der NABU fordert eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik

Foto: Feldlerche NABU Frank Derer

Der NABU und sein Dachverband BirdLife International fordern gemeinsam mit einem breiten Bündnis von über 100 europäischen Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen, Umwelt, Gesundheit und Ernährung EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU einem „Fitness-Check“ zu unterziehen.

In einem offenen Brief an Kommissionspräsident Juncker kritisieren die Verbände, dass die GAP trotz mehrfacher Reformversuche völlig ungeeignet sei, die riesigen Herausforderungen im Bereich Landwirtschaft, Ernährung, Klima- und Ressourcenschutz zu lösen.

„Wir brauchen eine unvoreingenommene Diskussion und eine grundlegende Neuausrichtung der Agrarpolitik, keine weiteren kosmetischen Reförmchen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Eine Reihe von Studien hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die intensive Landwirtschaft ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Artenvielfalt und die Belastung von Wasser und Boden in Europa ist. Bis 2050 wird der Agrarsektor ein Drittel der Treibhausgase der EU ausstoßen. Hinzu kommen die dramatische wirtschaftliche Lage vieler bäuerlicher Betriebe, die Missstände im Tierschutz und die negativen Einflüsse auf Ökosysteme und Agrarmärkte in Entwicklungsländern. „Die GAP wie sie heute ist, scheint nicht in der Lage, diese Probleme in den Griff zu bekommen“, so Tschimpke.

 

Vogelmord in den Anrainerstaaten des Mittelmeeres

Sizilianische Forstpolizei mit einem geschossenen Wespenbussard. Foto: Matthias Kisling 1987

Jedes Jahr werden Millionen Vögel auf ihrem Weg von den Brutgebieten in den Süden getötet. Sie werden vom gequälten Gesang eingekerkerter Artgenossen in tödliche Netze gelockt oder von Steinfallen zerquetscht. Sie werden abgeschossen oder kleben an Leimruten fest oder sterben an den Verletzungen, die sie erlitten haben wenn sie ihren Peinigern nochmal entkommen sind.

Diese Situation ist nicht neu. Seit vielen Jahrzehnten wird dieser Vogelmord –obwohl illegal - systematisch praktiziert. Obwohl zahlreiche Verbände – wie zum Beispiel das Komitee gegen den Vogelmord – schon seit Jahrzehnten gegen diese mörderische Jagd vorgehen, geht die Verfolgung in großem Stil weiter. Die ganze Dimension liegt im Dunkeln.

 

Bird Life International hat jetzt neue Zahlen vorgelegt. Danach ist das Hauptverfolgungsland Ägypten mit im Mittel 5,7 Mio. getöteten Vögel pro Jahr. Die ägyptische Mittelmeerküste ist mit mehr als 700 km nahezu lückenlos mit Fangnetzen zugestellt. Italien liegt auf Platz 2 mit 5,6 Mio. getöteten Vögeln. Danach folgen die Staaten Syrien,  Libanon, Zypern und Malta. In Europa belegen die Spitzenplätze Griechenland, Frankreich, Kroatien und Albanien. Bird Life International schätzt die Gesamtzahl der getöteten Vögel auf ca. 37 Mio. pro Jahr. Der NABU geht allerdings noch von einer weit höheren Zahl aus.

Die am häufigsten gefangenen Vogelarten sind Buchfink, Mönchsgrasmücke, Wachtel und Singdrossel.

 

Die Naturschutzverbände in Deutschland und Europa stellen jedes Jahr aufs Neue akribisch fest, dass die eine oder andere Vogelart erneut im Bestand zurückgegangen ist. Als Folge daraus wird die eine oder andere Vogelart von der Vorwarnlist auf die halbrote Liste und von der halbroten Liste auf die rote Liste gesetzt. Zweimal im Jahr wird eine Zählung der Gartenvögeln veranlasst um auch hier die Bestandsrückgänge zu erfassen. Das ist m.E. leider nicht mehr als eine Mängelverwaltung.

Das mörderische Treiben geht unvermindert weiter. Aber auch diese Erkenntnis ist nicht neu.

 

Geschossener Weißstorch in Sizilien. Foto: Matthias Kisling 1987

Wenn Naturschutzverbände dazu aufrufen ein Programm zur Rettung des xxxxx-Vogels zu starten so ist diese Initiative sicher zu begrüßen, es zeigt aber doch andererseits die ganze Hilflosigkeit der Verbände das Problem effektiv und nachhaltig angehen zu können. Es ist frustrierend mit anzusehen wenn einige NABU-Ortsgruppen noch ein paar Nistkästen mehr bauen oder einige neue Teiche anlegen wenn anderenorts die zu schützenden Vögel massenweise abgeschlachtet werden !

 

 

Die Erkenntnis, dass hier die Politik gefordert ist, ist sicher auch nicht neu. Auf EU-Ebene gibt es die Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahr 1979, die den Schutz wildlebender Vogelarten innerhalb der EU umfassend regelt. Aber die vielen – zum Teil nationalen - Ausnahmeregelungen und die kaum vorhandenen Kontrollen führen leider dazu, dass ein effektiver und nachhaltiger Vogelschutz nicht gewährleistet ist. Oft haben leider auch politische Rücksichtnahmen Vorrang vor dem Naturschutz.

 

In der im Januar 2016 von der EU veröffentlichten Halbzeitbewertung der EU-Biodiversitätsstrategie findet sich zum Thema Vogelmord leider kein Hinweis auf eine Verbesserung der Situation. Die von Bird Life International vorgelegten Zahlen zeigen eindeutig, dass eine Verbesserung der Situation trotz vorhandener Gesetze nicht stattgefunden hat.

 

Ganz offensichtlich ist die Lobbyarbeit der Naturschutzverbände in Berlin und Brüssel noch nicht stark genug um die Durchsetzung der Gesetze zum Schutz unserer „Mitgeschöpfe“ zu gewährleisten.

 

Um den Vogelmord wenigstens etwas einzudämmen bleibt z.Zt. leider kein anderer Weg als die Naturschutzverbände – wie z.B. das Komitee gegen den Vogelmord, Vogelschutz-Komitee, und viele andere mehr – massiv in ihrer Arbeit zu unterstützen.

 

Der Stieglitz ist Vogel des Jahres 2016

Der Stieglitz führt außer diesem Namen noch den Namen Distelfink oder Distelzeisig. Jetzt hat ihm der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) noch die Bezeichnung Vogel des Jahres 2016 gegeben. Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres 2016 wollen NABU und LBV den fortschreitenden Strukturverlust in unserer Kulturlandschaft ins Blickfeld rücken: Der Stieglitz ist unser Botschafter für mehr Artenvielfalt und Farbe in Agrarräumen und Siedlungsbereichen. Doch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und die Bebauung von Brachflächen rauben dem Stieglitz die Nahrungs- und Lebensgrundlagen.

Der Stieglitz ist einer der farbenprächtigsten Vögel bei uns. Seinen Namen verdankt er seinem Ruf "Stiglit", womit er deutlich zu erkennen ist.

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