NABU Münster-Hessen
NABU  Münster-Hessen

Aktuelles vom Naturschutz (archiviert)

Naturschutzgebiet oder FFH-Gebiet oder Naturpark oder nur geschützter Landschaftsbestandteil ? Wer blickt da noch durch ?  Eine rechtliche Einordnung der Schutzgebiete von Matthias Kisling.

1. Europäische Union

Die Europäische Union (EU) hat für ihre Mitgliedsstaaten Mindeststandards für den Natur- und Artenschutz definiert. Die EU fasst ihre Naturschutzstrategie unter dem Begriff „NATURA 2000“ zusammen. Die Strategie besteht im wesentlichen aus  zwei EU-Verordnungen, der

  • Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) und der
  • Vogelschutzrichtlinie

Beide Richtlinien sehen Schutzgebiete zur Zielerreichung vor. Es sind „FFH-Gebiete“ oder „Vogelschutzgebiete“.

 

2. Deutschland

Grundgesetz (GG)

Nach Artikel 20a des Grundgesetzes schützt der Staat - auch in Verantwortung für die künftigen Generationen -  die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere. Diese Staatszielbestimmung wird im Bundesnaturschutzgesetz konkretisiert.

Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG)

Nach § 20 BNatSchG soll ein Netz verbundener Biotope geschaffen werden, das mindestens 10% der Landesfläche umfasst.

Besonders hochwertige Teile des Staatsgebietes sollen Kern dieses Biotopverbundnetzes sein und können unter besonderen Schutz gestellt werden, d.h. die Verbote sind dort strenger, wie im übrigen Staatsgebiet. Die Schutzkategorien sind:

  • Nationalpark bzw. Nationales Naturmonument
  • Naturschutzgebiet
  • Biosphärenreservat
  • Landschaftsschutzgebiet
  • Naturpark
  • Naturdenkmal
  • Geschützter Landschaftsbestandteil

3. Beispiel „Hergershäuser Wiesen“

Die  „Hergershäuser Wiesen“ und weitere Teile der Gersprenzauen sind vom Land Hessen der EU als FFH-Gebiet und zudem als Vogelschutzgebiet vorgeschlagen und von der EU akzeptiert worden. Die Hergershäuser Wiesen liegen also im:

FFH-Gebiet:                      6019-303 Untere Gersprenz

Vogelschutzgebiet:       6119-401 Untere Gersprenzaue

Beide Gebiete überlagern sich im Bereich der Hergershäuser Wiesen,  haben an den „Rändern“ aber verschiedene Abgrenzungen.

 

Weiterhin sind kleine Teile der Hergershäuser Wiesen vom Land Hessen nach deutschem Naturschutzrecht zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Eine entsprechende Rechtsverordnung benennt die Abgrenzung und die besonderen Verbote in diesen Gebieten:

Naturschutzgebiet „Auf dem Sand zwischen Hergershausen und Altheim“

Naturschutzgebiet „Die kleine Qualle von Hergershausen“

 

Zudem hat das Land Hessen auch den Bereich der Gersprenz zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Diese Landschaftsschutzgebiet hat den Namen:

Landschaftsschutzgebiet „Auenverbund Untere Gersprenz“

Auch für das Landschaftsschutzgebiet gibt es eine Rechtsverordnung, die das Gebiet abgrenzt und Verbote benennt.

 

Ein Sieg für den Naturschutz ?

Die Umweltminister der EU-Mitgliedstaaten haben sich in ihrer Sitzung vom 17. Dezember in Brüssel für eine vollständige Umsetzung des europäischen Naturschutzrechts und eine bessere Finanzierung von Schutzmaßnahmen ausgesprochen. Sie haben damit dem Kommissionspräsidenten Juncker widersprochen, der eine Aufweichung der bestehenden Naturschutzgesetze vorgeschlagen hatte.

Außerdem sprachen sich die Minister für eine grundlegende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU aus um die dramatisch fortschreitende Verarmung ländlicher Ökosysteme aufzuhalten.

 

Weltklimakonferenz in Paris

Am 12. Dezember wurde in Paris der Weltklimavertrag geschlossen, der mit der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius ein wichtiges Signal setzt. Nach den Enttäuschungen vorangegangener Gipfeltreffen zur Reduzierung der Erderwärmung bleibt zu hoffen, dass die Weltgemeinschaft dieses Mal die Umsetzung der Beschlüsse wie vorgesehen vornimmt.

Der Naturschutzbund sieht in dem Vertrag entscheidende Schwächen. Es fehlt im Vertrag der Begriff der Dekarbonisierung, d.h. der Ausstieg aus der Kohle ist nicht explizit erwähnt, der Ausstoss der Klimagase von Schiffs- und Luftverkehr ist im Vertrag ausgenommen und es fehlt die Androhung von Sanktionen für die Länder, die ihre Verpflichtungen nicht zeitgerecht erfüllen. Die Nachprüfung, ob die Zusagen eingehalten wurden werden nur alle 5 Jahre und von den jeweiligen Ländern selbst vorgenommen.

Wieder einmal eine Chance vertan ?

 

Stunde der Wintervögel vom 08.-10. Januar 2016

Zum sechsten Mal rufen NABU und LBV zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen.

Also nicht vergessen: Zwischen dem 08.01. und dem 10.01.2016 mitmachen bei der bundesweiten "Stunde der Wintervögel". Wie das ganze funktioniert bitte den Link anklicken,

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